GEWALT & KRIEG - 2005-08-09
Wednesday, August 10, 2005 at 10:58 ERNSTE KRISE - 2005-08-10
NAHOST - Iran: Provokation - Isfahan vollständig in Betrieb.
Iran hat die vollständige Wiederinbetriebnahme der Atomanlage Isfahan
angekündigt.
Die noch verbleibenden Siegel der UNO würden im Laufe des Tages entfernt,
sagte der Chef der iranischen Atomenergiebehörde, Gholamresa Aghasedeh.
Die Arbeiten würden dann «wiederaufgenommen», erklärte Aghasedeh am Mittwoch
im Staatsfernsehen. Bereits am Montag hatte Iran trotz scharfer internationaler
Kritik Teile von Isfahan wieder in Betrieb genommen.
GEWALT & KRIEG - 2005-08-09
NAHOST - Irak: Iran lässt Lieferung von Sprengsätzen in den Irak zu.
US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld hat der Führung in Teheran beschuldigt,
die Lieferung moderner Sprengsätze aus Iran an die irakischen Aufständischen
zuzulassen. Rumsfeld bestätigte am Dienstag in Washington einen Bericht
der "New York Times" vom Samstag, demzufolge die Sprengsätze, mit denen
derzeit amerikanische und irakische Streitkräfte im Irak angegriffen werden,
aus dem Iran stammen.
ERNSTE KRISE - 2005-08-09
NAHOST - Iran: Krisenrunde vertagt.
Nach der Wiederaufnahme der umstrittenen Nuklear-Aktivitäten in Iran hat
die UNO-Atombehörde IAEA am Dienstag auf einer Sondersitzung um eine gemeinsame
Haltung gerungen. Die Verhandlungen wurden aber bereits am frühen Abend
auf Mittwoch vertagt. Die EU versuchte am Dienstag vergeblich, die Vertreter
der 35 Mitglieds- länder des IAEA-Gouverneursrats hinter ihre Iran-kritische
Resolution zu bringen. Darin sollte der Iran nach Angaben von Diplomaten
aufgerufen werden, seine Aktivitäten zur Uran-Konversion in Isfahan einzustellen
und die Verhandlungen mit der EU fortzusetzen. Vor allem die Vertreter der
blockfreien Nationen Südafrika, Malaysia und Brasilien lehnten eine zu deutliche
Verurteilung Teherans ab. Sie sehen in der Kritik an Iran auch einen Angriff
auf das im Atomwaffensperrvertrag verbriefte Recht aller Unterzeichnerstaaten
auf ein ziviles Atomprogramm. Mehrere Mitgliedsländer in dem 35-köpfigen
IAEA-Gouverneursrat warnten nach Angaben von Diplomaten davor, Iran ähnlich
wie Nordkorea zu isolieren. Aus Diplomatenkreisen hiess es, China, Russland
und Südafrika arbeiteten an einem Entwurf, der dem Iran die Uran-Konversion
erlauben würde. IAEA-Chef Mohamed El Baradei rief beide Seiten am Rande
der Sitzung zu einem «Maximum an Vorsicht» auf. Er bestätigte, dass Iran
mit den Vorbereitungen zur Uran-Konversion begonnen habe. Er hoffe aber,
dass die gegenwärtige Krise um die Reaktivierung des iranischen Atompro-gramms
«nur ein Schluckauf im Prozess, nicht aber ein ständiger Bruch» sei. Teheran
bekräftigte am Dienstag erneut, dass es sich dem internationalen Druck nicht
beugen werde. Sein Land werde «zu keinem Zeitpunkt den Rückwärtsgang einlegen»,
sagte der iranische Verteidigungsminister Ali Schamchani. Der iranische
Verhandlungsführer Cyrus Nasseri ergänzte jedoch, seine Regierung sei zu
einer Fortsetzung der Verhandlungen mit der EU-Dreiergruppe von Frankreich,
Grossbritannien und Deutschland bereit, wenn diese keine «Vorbedingungen»
stellten.
GEWALT & KRIEG - 2005-08-09
NAHOST - Irak: Mindestens 23 Tote bei Anschlägen.
Nach einigen relativ ruhigen Tagen im Irak sind am Dienstag bei einer Serien
von Anschlägen mindestens 23 Menschen ums Leben gekommen worden, die meisten
von ihnen Sicherheitskräfte. Bei vier Anschlägen in Bagdad seien insgesamt
neun Polizisten ums Leben gekommen, teilten die Behörden mit. Und bei der
Explosion einer Autobombe im Stadtzentrum seien drei Menschen getötet und
32 verletzt worden. Ziel des Anschlags sei ein US-Militärkonvoi gewesen.
Bei einer Bombenexplosion in Samarra nördlich von Bagdad seien vier irakische
Soldaten getötet worden. Weiter wurde ein Ehepaar in El Dur knapp 100 Kilometer
nördlich der Hauptstadt getötet, wie die örtlichen Behörden mitteilten.
In Baakuba sei zudem ein Polizist erschossen worden. Unbekannte erschossen
bei einem Überfall auf einen Minibus nahe der iranischen Grenze vier schiitische
Pilger, die auf dem Weg nach Iran waren, wie Ärzte und Sicherheitskräfte
berichteten. Die Gruppe des jordanischen Extremistenführers Abu Mussad el
Sarkawi bekannte sich im Internet zu drei der Anschläge in Bagdad, bei denen
nach ihren Angaben insgesamt elf Polizisten getötet wurden. Die Echtheit
der Erklärung der Al-Qaida-Gruppe im Irak konnte nicht überprüft werden.
ERNSTE KRISE - 2005-08-09
NAHOST - Iran: 4'000 Zentrifugen zur Urananreicherung?
Der Iran soll entgegen einem Abkommen mit der Internationalen Atomenergiebehörde
(IAEA) 4000 Zentrifugen zur Urananreicherung gebaut haben. Teheran habe
die Zentrifugen während der Verhandlungen mit der EU geheim gehalten, sagte
der im Exil lebende iranische Dissident Aliresa Jafarsadeh am Dienstag.
Die IAEA wollte nach Angaben von Diplomaten auf einer Sondersitzung in Wien
bis Donnerstag eine Resolution ausarbeiten, in der Teheran erneut zu einer
Aufgabe seiner nuklearen Aktivitäten gedrängt werden sollte.
TERRORISMUS - 2005-08-09
SÜDASIEN - Pakistan: Terrorverdächtiger hat deutsche Städte auf dem Computer.
Auf dem Computer eines in Pakistan festgenommenen Terrorverdächtigen sind
Pläne von deutschen und italienischen Städten entdeckt worden. Um welche
Städte es sich handelte, war am Dienstag noch unklar. Hinweise auf geplante
Anschläge hätten die Ermittler nicht entdeckt, verlautete am Dienstag aus
Geheimdienstkreisen. Eine Begründung, warum er die vier Stadtpläne auf seinem
Laptop gespeichert hatte, gab der Pakistaner nicht. Weder Auswärtiges Amt
(deutsches Aussenministerium) noch Bundesnachrichtendienst nahmen zu den
Angaben Stellung. Mit seinem Mobiltelefon soll der Verdächtige Osama bin
Yousaf, der am Sonntagabend in der ostpakistanischen Stadt Faisalabad
festgenommen
wurde, in der vergangenen Woche zudem mehr als ein Dutzend Mal Nummern in
Deutschland und Italien angerufen haben. Innenminister Aftab Khan Sherpao
bestätigte am Dienstag die Festnahme des Mannes, nannte aber keine weiteren
Einzelheiten. Den Angaben des Geheimdienstes zufolge war die Nummer des
Verdächtigen Bin Yousaf bei dem am 2. Mai festgenommenen Abu Farraj al Libbi
entdeckt worden. Der Libyer Libbi gilt als Nummer Drei des Terrornetzwerks
Al Qaida, er wurde im Juni an die USA ausgeliefert. Der am Sonntag festgenommene
36-jährige Bin Yousaf war demnach bereits seit längerem abgehört worden,
er soll Verbindungen zu militanten islamistischen Gruppen gehabt haben und
in Afghanistan an der Seite der Taliban gekämpft haben. Der Terrorismusexperte
Rolf Tophoven sprach vor dem Hintergrund der Festnahme von einer durchaus
ernstzunehmenden Bedrohung. «Es wäre nicht überraschend, wenn schon Pläne
bestehen, europäische Grossstädte anzugreifen», sagte er der Nachrichtenagentur
AP. Nach den Anschlägen von Madrid und Rom sei nicht auszuschliessen, «dass
weitere Anschläge folgen». Hier sei neben denjenigen Ländern, die am Irak-Krieg
beteiligt waren, auch Deutschland als Ziel denkbar. Zu der Frage, welche
deutschen Städte am ehesten ins Visier der Islamisten geraten könnten, wollte
sich der Leiter des Essener Instituts für Terrorismusforschung und
Sicherheitspolitik
nicht äussern. Unterdessen berichtete das Nachrichtenmagazin «Stern» von
Hinweisen auf mögliche Schläfer und Zellen in der Bundesrepublik in Dokumenten
und E-Mails aus dem Computer des Terrorhelfers Mohamedou Ould Slahi, der
auf dem US-Stützpunkt in Guantanamo festgehalten werde. Darin seien neben
Namen, Wohn- und Mail-Adressen, Telefon- und Faxnummern aus Saudi-Arabien
und den Vereinigten Arabischen Emiraten auch Personen aus dem Raum Duisburg,
Bremen und dem Raum Augsburg aufgeführt, berichtete das Blatt, dem nach
eigenen Angaben mehr als 3000 Dateien dieser Festplatte vorliegen.
GEWALT & KRIEG - 2005-08-09
SÜDASIEN - Nepal: Mindestens 66 Tote bei Maoisten-Angriff.
Beim schwersten Angriff maoistischer Rebellen auf die Armee in Nepal seit
der Machtübernahme durch König Gyanendra im Februar sind mindestens 66 Menschen
getötet worden. Das Militär teilte am Dienstag mit, mindestens 40 Soldaten
seien bei dem mehr als zehnstündigen Feuergefecht in der Nacht zu Montag
im Westen des Landes ums Leben gekommen. Nach Angaben der Maoisten vom Dienstag
starben 26 ihrer Kämpfer und 159 Soldaten. Die Armee warf den Maoisten vor,
Soldaten hingerichtet und verstümmelt zu haben. Die Verluste der Armee gehören
zu den schwersten, seit sie im Jahr 2002 in den Konflikt mit den Maoisten
eingriff. Die "Himalayan Times" berichtete, das Armeecamp mit rund 200 Soldaten
sei von rund 1400 Rebellen angegriffen worden. In einer an Medien verschickten
Mitteilung erklärten die Rebellen ihren "Sieg" bei den jüngsten Kämpfen.
Es sei gelungen, zahlreiche Waffen, zehntausende Schuss Munition und hunderte
Granaten zu erbeuten, hiess es. Mehr als 50 Soldaten seien in
"Kriegsgefangenschaft"
genommen worden. Die Armee teilte mit, mehr als 50 Soldaten würden noch
vermisst. Nach Ankunft von Verstärkung sei das Kampfgebiet nun wieder unter
Kontrolle des Militärs. In dem Camp, von dem aus Soldaten nach Armeeangaben
Strassenbauarbeiten im entlegenen Distrikt Kalikot ausführten, waren auch
mehr 100 zivile Arbeiter untergebracht. Über ihr Schicksal war zunächst
nichts bekannt. König Gyanendra hatte am 1. Februar die Regierung entlassen
und sich selbst zum Machthaber ernannt. Zur Begründung sagte er, die Regierung
habe bei der Schaffung von Frieden mit den Maoisten versagt. Der Schritt
war international auf scharfe Kritik gestossen. Die Gewalt hat seitdem
zugenommen.
Maoistische Rebellen kämpfen seit 1996 für ein kommunistisches Regime in
dem Himalaya-Königreich. Der Konflikt kostete bislang mehr als 12'000 Menschen
das Leben.
GEWALT & KRIEG - 2005-08-09
WESTASIEN - Afghanistan: 16 Rebellen & 1 US-Soldat getötet.
Bei neuen schweren Kämpfen in der südafghanischen Provinz Sabul sind nach
Angaben der US-Streitkräfte mindestens 16 radikalislamische Rebellen und
ein US-Soldat getötet worden. Das US-Militär teilte am Dienstag in Bagram
nördlich von Kabul mit, die Rebellen hätten eine afghanisch-amerikanische
Patrouille am Vortag unter anderem mit Panzerfäusten beschossen. Die
Bodentruppen
hätten daraufhin Luftunterstützung angefordert. Zivilisten seien bei den
Kämpfen nicht zu Schaden gekommen.
GEWALT & KRIEG - 2005-08-09
NAHOST - Israel: IKRK stellt "Feldarbeit" nach Entführungen ein.
Nach der vorübergehenden Entführung zweier UNO-Mitarbeiter im Gazastreifen
hat das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) die Feldarbeit in
dem betroffenen Palästinensergebiet eingestellt. Das teilte der IKRK-Sprecher
am Dienstag in Gaza- Stadt mit. Die Entscheidung sei im Interesse der Sicherheit
der eigenen Mitarbeiter erfolgt, hiess es. Am Montag waren eine Britin,
ein Schweizer und ihr Fahrer kurz von Entführern festgehalten worden. Sie
wurden umgehend von der palästinensischen Polizei befreit. Das IKRK habe
zudem sein Büro in Khan Younis im südlichen Gazastreifen geschossen, sagte
Naser weiter. Das Lokal sei am Sonntag- abend unter Beschuss geraten.
GEWALT & KRIEG - 2005-08-09
NAHOST - Irak: 9 Polizisten in Bagdad getötet.
Bei einer Serien von fast gleichzeitigen Angriffen sind am Dienstag in Bagdad
neun Polizisten getötet worden. Wie die Polizei mitteilte, feuerten
Aufständische
auf eine Patrouille im Osten der Hauptstadt, wobei fünf Polizisten getötet
wurden. Die Männer seien in ihrem Fahrzeug eingeschlafen, als sie auf eine
Ablösung gewartet hätten, sagte ein Polizeisprecher. Im Süden von Bagdad
wurden zwei Polizisten erschossen, die gerade auf dem Weg zur Arbeit waren.
Bei einem weiteren Angriff im Osten der Stadt schossen Aufständische aus
einem fahrenden Auto heraus auf einen Polizeiwagen. Dabei wurden ein Polizist
getötet und zwei weitere verwundet.
PF |
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